Deprimierende Darbietung im Darguner Dauerregen


Die Auswärtspartie in Dargun hat unser Klein Lukower SV mit 3:0 verloren. Der Sieg für die Traktoristen geht meines Ermessens auch völlig in Ordnung. Beim Platz oder im Wetter eine Schuld zu suchen wäre zu simpel. Ursachen sind schnell aufgezählt: einfachste Pässe über ein paar Meter kommen nicht an, unsaubere Ballannahme oder -abgabe, falsche Laufwege oder bezeichnenderweise ein Freistoß in zweiten Hälfte der schon bei dem einen Darguner hängen bleibt, der als Störmaßnahme als Einziger das Mäuerchen bildet. Das können wir viel besser und haben das auch mehrfach unter Beweis gestellt. Die Wechselmöglichkeiten waren beschränkt, unser Coach Thomas musste mit 12 Spielern auskommen. Chancen haben sich unsere Jungs wieder erarbeitet, nur klemmt im Abschluss momentan die Säge. Und so standen wir nach 90 Minuten nass bis auf den Schlüpper mit leeren Händen da.

Erste Offensivaktion LSV Freistoß Kiste in der eigenen Hälfte zu Martin Burr. Über Korken und Ronny kommt der Ball rüber zu Karl auf die linke Seite. Dessen Hereingabe landet direkt in den Händen von Darguns Keeper Ralf Krause. Nach 6 Minuten ein erster Darguner Versuch. Der Ball kommt von deren rechten Seite rein, doch ist viel zu lang. Mario kann seinen Gegenspieler so sperren, dass der Ball ins Toraus rollt. Ein folgender Angriff der Gastgeber zwei Minuten später, nun über links, endet mit dem selben Ergebnis wie gerade eben. In der Zehnten wird einem Darguner gegen Kisten Stürmerfoul vorgeworfen. Den Freistoß von hinten raus tritt Konny, heute wieder im Kasten des LSV. Der lange Pass ist eigentlich für Ronny gedacht. Doch dessen kräftiger Gegenspieler lässt ihn hier nicht gewähren und so ist dieser Ball eine leichte Beute für Krause. Zwölfte Minute Freistoß Dargun aus dem rechten Halbfeld. Der Direktschuss geht gut 5 Meter über Konnys Gehäuse. Kurz darauf erhält Dargun eine Ecke zugesprochen. Kiste soll hier den Ball noch berührt haben, was dieser jedoch vehement verneint. Doch Schiedsrichter Eberhart Hoth lässt sich dadurch natürlich nicht umstimmen. Der produzierte Darguner Kopfball geht links an Konnys Dienststelle vorbei. Nach gutem Zusammenspiel der Gastgeber im Mittelfeld fasst sich Darguns Sechser, Philipp Horstmann, in der 14. Minute mal ein Herz und hält mal drauf, doch weit am Tor vorbei. In der 17. Minute wird Freistoß für den LSV gepfiffen.

Steffen, nach langer Verletzungspause heute wieder mit dabei, spielt auf unserer linken Seite in Höhe Mittellinie Störrchen mit einem kurzen Pass an. Doch sofort ist der Ball beim Gegner. Deren Rechtsaußen wird sofort auf die Bahn geschickt. Schon muss Peter hinten links alles riskieren, um diesen Angriff zu vereiteln und erhält für seinen Einsatz die Gelbe Karte. Die Akteure, hüben wie drüben, sind noch mit der Auswertung dieser Aktion befasst. An der Stelle muss Trainer Maik Schumacher seine Leute darauf aufmerksam, dass zur Ausführung eines Freistoßes auch ein Ball gehört. Nun endlich macht sich ein Darguner auf den Weg, das Spielgerät an Ort und Stelle zu holen. Der Freistoß wird schon vom ersten Lukower Bein zur Ecke abgewehrt. Diese brachte nichts ein.

In der zwanzigsten Minute ein Lukower Freistoß von rechts. Der Ball kommt zu Ronny. Halblinks etwa 5 Meter vor der 16-Meter-Linie wird er zu Fall gebracht. Störrchens Freistoß geht in die Mauer. Auch Holzes Nachschuß wird entschärft. Der Ball kommt zu Korken auf die rechte Seite. Hier kann er sich gegen gleich drei Verteidiger nicht durchsetzen, Abstoß Dargun. In der 24. Minute kommt ein langer Ball von Störrchen in die Mitte zu Ronny. Der steht hier allein gegen vier Defensivspieler, holt aber wenigstens noch einen Freistoß heraus. Dafür gibts Gelb für den Verursacher. Der Gefoulte schießt den Freistoß selbst, über Mauer und Tor hinweg. Der nun folgende Darguner Abstoß ist schlecht ausgeführt. Der Ball landet bei Ronny. Er spielt sofort auf Martin Burr. Doch Martin bekommt den Ball nicht richtig unter Kontrolle. Nur noch ein Darguner Fuss befindet sich zwischen ihm und der freien Bahn aufs Tor, doch das ist eben der entscheidende Quanten. Abgewehrt!

Nun die größte Lukower Möglichkeit in der ersten Halbzeit: Karl lässt auf seiner linken Seite seinen Gegenspieler an der Mittellinie stehen und gibt richtig Gas. Am 16er kann er sich an drei Dargunern vorbeiarbeiten. Er sieht für sich keine Chance zum Abschluss, nimmt aber Korken auf rechts wahr und steckt durch. Doch Korkens Torschuss kann Darguns Schlussmann zur Ecke abwehren.

In der 29. Minute ein Darguner Angriff durch die Mitte. Der Ball kommt zu Darguns Nummer 11, Raphael Rohde. Der findet von links die Lücke und schiebt ungestört ins lange Eck. 1:0 für die Gastgeber.

In der 30. Minute ein Lukower Freistoß von links. Martin Burr passt auf Ronny. zunächst kann Ronny den Ball behaupten und wähnt Störrchen hinter sich. Im Glauben den tödlichen Pass zu spielen, steckt er durch die Abwehr. Doch aus diesem Missverständnis zieht allein Darguns Krause einen Nutzen und nimmt den Ball an sich. In Minute 33 wird Ronny nach Zuspiel von Peter vorn von zwei Abwehrrecken in die Mangel genommen. Den fälligen Freistoß 4-5 Meter vor dem 16er setzt Holze in die Mauer. Der Nachschuss kann zur Ecke geklärt werden. Korken bringt diese hoch rein. Doch die Darguner können den Ball abwehren. In der 40sten ergibt sich durch einen Lukower Freistoß Nähe linker Darguner Eckfahne eine Möglichkeit. Doch nach Korkens Hereingabe kann Peter seinen Kopfball nicht platziert genug anbringen.

Drei Minuten später geht Ronny im Strafraum gefoult zu Boden und es wird Elfmeter eingefordert. Doch davon lässt sich Hoth nicht beeindrucken. Wenigstens gibt es Ecke für den LSV. Diese kann Krause mit einer Hand rausfausten. Daraus entwickelt sich umgehend ein Darguner Konter. Doch Konny hat aufgepasst: Den Ball hat sich der Darguner Stürmer zu weit vorgelegt, unser Keeper kann die Pille vor ihm nach vorn bolzen.

Letzte Aktion vor dem Pausentee. Karl schickt mit einem Einwurf Korken auf der rechten Seite. Dieser wird von zwei Gegner gestellt und holt einen Freistoß. Jener Ball erreicht Ronny im Strafraum. Umzingelt hinter den feindlichen Linien zieht er sofort ab und trifft dabei nur den linken Pfosten. Darguns Schlussmann konnte den Ball nicht mehr erreichen. Peters Nachschuss aus 3 Metern geht ebenso hoch über das Tor. Halbzeit!

Zwei Minuten sind vergangen, als der LSV eine Ecke zugesprochen bekommt. Die Ausführung selbst bringt nichts ein. Dargun kann den Ball zunächst per Kopf aus der Gefahrenzone befördern. Doch die Aktion noch nicht beendet. Beim folgenden Nachschuss springt der Ball einem Spieler der Heimmannschaft an die Hand. Hoth zeigt sofort auf den Elfmeterpunkt. Ronny schnappt sich das Leder. Doch selbst der treffsicherste Lukower vermag nicht zu verwandeln. Der Ball geht über die Querlatte. Der erste Angriff der Platzherren 6 Minuten nach Wiederbeginn. Einen Diagonalpass auf den linken Läufer der Darguner schiebt dieser zu seinem Stürmerkollegen in die Mitte durch. Der Linienrichter hebt die Fahne und der Abseitspfiff ertönt. Dennoch will der Angreifer die Aktion abschließen, doch Konny vereitelt diesen nicht statthaften Abschluss. In der 52. Minute wieder ein Angriff der Darguner über ihre linke Seite. Steffen, wieder als Ausputzer aufgeboten, kann den Eindringling im spitzen Winkel stellen und zur Ecke klären, von der jedoch keine Gefahr ausgeht. Nach Zusammenspiel Störrchen mit Korken, verliert letzterer den Ball. Er setzt seinem Kontahenten nach und begeht taktisches Foul an der Mittellinie. Dennoch hilft er Gefoulten auf, man gibt sich die Hand. Shakehands, so gehört sich das. Der Freistoß landet direkt in den Armen von Konny.

Im folgenden nun wieder zwei dicke Chancen für den LSV: Ronny sieht sich an der Darguner Strafraumkante wieder mehreren Verteidigern gegenüber, kein Durchkommen für ihn. Er sieht aber Martin Burr hinter sich und legt zurück. Martin zieht ab und zwingt Krause zwischen den Darguner Pfosten zu einer Glanztat. Der Keeper kann den Ball gerade noch so nach links abwehren. Dort lauert schon Störrchen. Doch auch seinen Schuss kann Krause parieren. 120 Sekunden später wird Korken in der Mitte 3-4 Meter vor dem Darguner Strafraum in die Zange genommen. Er verliert dabei sogar einen Fussballstiefel. Daraufhin wettert er und haut mit seinem Schuh auf den Boden wie einst Nikita Chrustschow vor der UN-Vollversammlung. Für den Freistoß fühlt sich wie so oft Störrchen verantwortlich. Im Stile eines Naldo hart und präzise haut er den Ball flach drauf. In der Mauer ist aber noch jemand dran gewesen, sodass der Schuss haarscharf rechts am Tor vorbei geht.

Wir schreiben die 63. Minute. Foul unmittelbar an der rechten Ecke des Lukower Strafraums. Die Darguner skandieren Elfmeter. Referee Hoth berät sich mit seinem Linienrichter. Es bleibt beim Freistoß. Diesen jedoch kann Marcel Werner direkt verwandeln. Nichts zu machen für unseren Schlussmann. 2:0 für die Hausherren. In der 68. Spielminute ein Darguner Angriff über ihren linken Außenstürmer. Der wird lang geschickt. Konny eilt ebenfalls dem Ball entgegen. Er stellt jedoch fest, dass er diesen Pass nicht mehr verhindern wird und bleibt auf seinem Weg nach draußen stehen. Das Tor ist leer und der Darguner versucht einen Schlenzer. Doch Konny erwischt den Ball noch mit den Fingerspitzen. Nur Ecke. In der 72. Minute nach Foul an Ronny aus etwa 23 Metern ein Freistoß von Störrchen. Doch den Ball hat Krause sicher. Nach Foul an Korken im Mittelfeld in der 75. Minute führt Martin Burr schnell aus. Doch auch Danny kann den Ball nicht unterbringen.

Bei der folgenden Lukower Ecke kommt Ronny nicht so richtig hinter den Ball. Sein Versuch per Kopf wird geklärt. Ein folgender Lukower Nachschuss als Kullerball stellt Krause vor keinerlei Probleme. Mit seinem Abwurf auf die rechte Seite leitet er alsdann sofort den Darguner Gegenangriff ein. Ein klug gespielter Diagonalpass über drei LSV-Verteidiger kommt zum Darguner Angreifer. Gottseidank geht dessen Abschluss hoch übers Tor. Nun passiert längere Zeit nichts berichtenswertes. Bis zur 87. Minute. Ein banaler Darguner Angriff über ihre linke Seite. Der zuvor eingewechselte Steffen Thielmann hält von links aus der Distanz einfach mal drauf. Konny flutscht die nasse Pille durch die Handschuhe. Alle schauen dem Ball nach und finden sich schon damit ab, dass der ins Aus geht. Doch leider geht er am rechten Pfosten unten an die Innenseite und von dort rein. Ein Billardtor. 3:0 Dargun. Das Spiel hat danach noch eine Szene. Peter wird an der Mittelinie gehalten. Den Freistoß bringt Störrchen lang auf Danny. Sein Seitfallzieher aus etwa 7 Metern geht aber ungefährlich über die Latte. Das wars.


Nach dem Spiel durfte ich noch ein paar Worte mit Trainer Maik Schumacher wechseln. Er ist nunmehr auch schon 10 Jahre als Coach im Verein tätig. Erst in der Jugend, seit ein paar Jahren nun als Übungsleiter bei den Herren. Auch er setzt darauf, immer mal wieder ein paar Jungs aus dem Nachwuchs hochzuziehen. Im Kinder- und Jugendbereich arbeitet Traktor Dargun mit der TuS aus Neukalen zusammen und bildet eine Spielgemeinschaft. Wie ich finde beispielgebend wenn man selbst nicht die ausreichende Zahl an Spielern oder gar Betreuern aufbringt. Sein eigener Filius stand heute auch auf dem Platz und bot mir im Gespräch danach sogar ein Bier an. Ich musste noch fahren, trotzdem danke für die einladende Geste. Mit Kapitän Jan Koch stand ich noch etwas länger beieinander. Ich staunte, dass er sich als gebürtiger Penzliner zu erkennen gab. Als ehemaliger Sportgymnasiast fand er über ein Duales Studium bei der Darguner Brauerei den Weg in den Verein. Wir unterhielten uns locker über den Fussball in der Kreisoberliga und die Lokalrivalität zur TuS Neukalen. Das Konkurrenzdenken welches im Männerbereich immer noch präsent ist wird durch die Kollaboration im Jugendfussball wieder aufgehoben. Sport ist eben ein wichtiger Faktor in Sachen Integration und Abbau von Vorurteilen. Nichtsdestotrotz war ihm und seinen Teamkollegen der 4:1 Sieg über Neukalen am letzten Wochenenden wichtig. Das streichelt das eigene Ego. Wer kennt das nicht. Und ich lernte, dass auch unter Karnevalsvereinen eine Rivalität herrschen kann. Was es nicht alles gibt.

Die Darguner gehen für ihr Pokalspiel auf Weltreise. Ihnen wurde ein Auswärts-spiel beim MSV Priepert zulost. Anstoß ist auch noch ausgerechnet Sonntag um 10:00 Uhr. Nehmt Euch Essen mit und viel Glück an der Landesgrenze zu Brandenburg.


Für meine Jungs des Klein Lukower SV gilt nun folgende Anweisung für die Woche: Mund abputzen und nach vorne schauen. In den nächsten Tagen drücken alle Spieler bitte den Reset-Knopf und dann fahren wir am kommenden Wochenende zum Pokalmatch nach Quassow gegen den Strelitzer FC II.


Termin: Samstag, 03.10.2020 ; Anpfiff: 12:00 Uhr (Mittagszeit) ; Sportplatz Groß Quassow


Man sieht sich!

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