Knappe Heimniederlage gegen Chemnitz

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Im letzten Spiel vor der erneuten Corona-Pause verliert der LSV knapp mit 2:3 gegen ein Topteam unserer Staffel. In einer stets spannenden Partie gehen wir zwar zweimal in Führung, doch den Ausschlag im Resultat geben heute die Elfmeter. Chemnitz verwandelt seinen. Den Lukower Strafstoß kann Meyer im Chemnitzer Tor sensationell parieren.

Vor herbstlicher Kulisse in unserem Gutspark bei bestem Fußballwetter sehen die 85 zahlenden Zuschauer eine rassige Begegnung zumeist auf Augenhöhe. In Hälfte eins relativ ausgeglichen, erspielen sich die Gäste in Hälfte zwei mehr Spielanteile ohne dabei jedoch den entscheidenden Punch zu landen. Drei Minuten vor regulärem Ende erzielt Chemnitz den ausschlaggebenden Treffer.

Den ersten Angriff dieser Begegnung trägt der Gast aus Chemnitz vor. Eine Flanke von links kommt auf den kurzen Pfosten. Im Kampf um den Ball geht der zuständige Lukower Verteidiger wie auch sein Kontrahent mit dem Kopf zum Ball. Beide stoßen mit den Köpfen zusammen. Während der Chemnitzer Stürmer gleich wieder steht, bleibt unser Mann getroffen liegen. Hier handelt es sich um Danilo, den ich ab sofort und auf eigenen Wunsch bei seinem Spitznamen nennen soll: Nille. Betreuer Hannes ist zur Stelle und setzt wieder die richtige Behandlung ein. Mit der Aura des Schamanen macht er Nille wieder fit durch Handauflegen und gemurmelte Sprüche. So funktioniert das bei den bulgarischen Gewichthebern ebenfalls. Die schicken auch Leute auf einem Bein wieder raus. Aufatmen auf der Bank, das Trainergespann muss nicht schon in den ersten Minuten wechseln.

Während Nille zusammengeflickt wird wuchtet Samson das Leder ins Spiel

Chemnitz kommt in der Anfangsphase zumeist über ihre linke Seite und erarbeitet sich die eine oder andere Möglichkeit, doch etwas zwingendes ist noch nicht dabei. Der LSV setzt durch Ronny in der 9. und 12. Minute die ersten Akzente, ehe unser Topstürmer den Chemnitzer Torwart Alexander Meyer in der 17. Spielminute aus nächster Nähe überlupfen kann. Doch der Ball geht parallel zur Torlinie am Tor vorbei. Die nächste gute Chance leitet Mario mit einem Einwurf auf seiner rechten Seite ein. Steffen bekommt den Ball, kann sich an der Eckfahne gegen seinen Verfolger durchsetzen und legt von der Grundlinie ab auf den am Strafraum lauernden Ronny. Der zieht noch ein paar Schritte längs der Linie in Richtung Mitte und zieht ab, doch der Schuss geht knapp unten rechts vorbei.

Ronnys Treffer zur 1:0 Führung - zu platziert für Meyer

In der 23. Minute fällt das 1:0 für den LSV. Aus der Abwehr bekommt Steffen im Mittelkreis die Kugel, geht noch ein paar Schritte und passt mittig auf Ronny in der Spitze. Ronny kann nicht am Torschuss gehindert werden und versenkt aus 15 Metern präzise unten links. Meyer im Chemnitzer Kasten reckt sich vergebens.

In der 25. Minute die erste Chemnitzer Großchance: Wieder kommt von deren linken Seite ein Diagonalpass auf den rechten Läufer. Dessen Flanke erreicht seinen Mitspieler, der sich am langen Pfosten positioniert hat. Gegen Samsons Laufrichtung köpft er den Ball knapp rechts am Tor vorbei.

Sehenswert - Lumpis Rasenakrobatik

Nun zeigt Steffen in einer spektakulären Aktion all sein artistisches Ballgefühl. Mit Bruder Martin spielt er in der 30. Minute zentral einen Doppelpass und startet sogleich in Richtung Tor, während Martin den Ball rechts rüber zu Ronny spielt. Ronny versucht es zunächst selbst aus spitzem Winkel, doch Meyer kann abwehren. Den zweiten Ball bringt Ronny als Flanke auf Steffen, und der in einem Rückseitfallzieher nur Zentimeter über den Querbalken. Schade. Ähnlich hat an diesem Wochenende Zlatan Ibrahimovic den AC Mailand bei Udinese Calcio zum Sieg geschossen.

In der verbleibenden Viertelstunde des ersten Durchgangs passiert aus spielerischer Sicht außer zweier Chemnitzer Freistöße mit minderer Gefährlichkeit kaum Berichtenswertes. Im Team von Thomas und Basti muss schon vor Halbzeitpfiff gewechselt werden. Hinzi muss nach einem Zweikampf raus, für ihn kommt Paul aufs Feld. Auch Hinzis Gegenspieler Pantermöller muss verletzt den Platz verlassen.

Denkbar ungünstiger Start in die zweite Halbzeit. Chemnitz' Captain Herrmann wird außerhalb der rechten Strafraumecke gefoult und erhält von Referee Thomas Platz dafür einen Freistoß zugesprochen. Der Mann mit der 20, Maximilian Jäger, legt sich den Ball zurecht. Mustergültig verwandelt er über die Mauer oben rechts in den Winkel. Da kommt Samson nicht dran. Der Ausgleich zum 1:1 in Minute 47. Meine Anerkennung, wirklich gut getroffen.

Jäger zirkelt den Freistoß unhaltbar in den Winkel - 1:1 Ausgleich

In der 57. Minute sehen wir einen Chemnitzer Freistoß nahe der rechten Eckfahne. Jaeger führt aus. Doch weder Baganz noch Wolff können per Kopf dem Ball die entscheidende Richtung geben. Mario am langen Pfosten kann die Hereingabe noch vor dem einschußbereiten Uli Krüger raushauen. Gleich darauf kann Kiste bei einer Lukower Ecke von rechts die Kugel nicht im Tor unterbringen. Sein Schuss geht nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurze Zeit später versucht es die Chemnitzer 17, David Lex, wieder aus der Distanz. Doch sein Schuss aus gut 18 Metern geht rechts am Lukower Gehäuse in die Wicken. Nille zeig an, es geht nicht mehr. Ihn plagt eine Zerrung. Für Nille kann sich nun Danny ab der 62. ins Zeug legen.

Einmal mehr Mario als starker Rückhalt hinten

Die Gäste machen nun ordentlich Dampf. Immer wieder versuchen sie Flanken, zumeist von links anzubringen. Die Lukower Abwehr hat alle Füsse voll zu tun. Die Verteidiger machen aber ihre Sache ordentlich, sodass die Möglichkeiten der Chemnitzer für sie noch nichts zählbares hervorbringen. Der LSV verlegt sich aufs Kontern. Immer wieder wird Langholz auf Ronny geschlagen. Doch die Angriffe werden nicht sauber zu Ende geführt. Auch die Chemnitzer Abwehrleute haben ihr Handwerk solide gelernt. Jedoch in der 78. Minute kann Ronnys Bewacher nichts gegen seine Agilität ausrichten. Kreienbrink kann mit Kopf nicht klären und unterläuft den Ball. Ronny schnappt sich das Leder und lässt sich im Vollspeed auch nicht mehr von Uli Krüger stoppen. Er jagt die Kugel ins kurze Ecke. Lukow geht wieder in Führung mit 2:1.

Die Lukower Führung zum 2:1 - Ronny trifft trocken in die kurze Ecke

In der 82. kann sich Samson erneut auszeichnen. Wieder ein Schuss von Lex aus der zweiten Reihe. Samson macht sich lang und kann den Schuss nach links abwehren. Momente später mal ein Freistoß von Störrchen aus bestimmt 25 Metern aus dem linken Halbfeld. Sein sehr optimistischer Torschuss geht weit rechts in Gesträuch. Torwart Meyer holt sich hier die Kletten, sowie den Ball.

In der 86. Spielminute zeigt der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt im Lukower Strafraum. Kiste und Baganz gehen gemeinsam einem Ball nach. Man trifft sich, beide stürzen und Thomas Platz pfeift einen sehr, sehr zweifelhaften Strafstoß für die Gäste. Mit Sachkenntnis und Fingerspitzengefühl legt man die Situation pari/pari aus und lässt weiterlaufen. Kapitän Rico Herrmann lässt sich am Punkt diese Gelegenheit nicht nehmen und gleicht links unten zum 2:2 per Elfmeter aus.

Der Ausgleich zum 2:2 - Kapitän Herrmann vom Elfmeterpunkt

Schreck lass nach, nur eine Minute später gehen die Gäste mit 2:3 in Führung. Baganz in der Mitte immer wieder als Schaltstation vorne, findet die Lücke für seinen rechten Läufer, Alexander Wolff. Dieser geht noch ein paar Meter und sieht in der Mitte den sträflich frei gelassenen Paul Werner. Wolff legt quer und Werner muss den Fußballstiefel nur noch hinhalten. Lukow moniert auf Abseits, doch dieser Einwand wird zurückgewiesen. Ein schöner Angriff, da gibts nichts.

Wollfs Querpass bedient Werner mustergültig

Fünf Spielminuten packt Schiedsrichter Platz noch oben drauf. Und tatsächlich gibt es für eine Foul an Danny in der letzten Minute noch einen Strafstoß für unser Team. Torjäger Ronny nimmt die Verantwortung auf sich. Sein gut getretener Elfmeter links halbhoch wird jedoch von Keeper Meyer abgewehrt. Und damit pfeift Platz das Spiel auch ab. Der Elfmeter war die Gelegenheit hier wenigstens einen Punkt zu sichern.

Torwart Meyer pariert Ronnys Elfmeter in der Schlussminute

Trotzdem haben wir einem der Topteams in unserer Staffel alles abverlangt. Die Chemnitzer hatten heute ein Quäntchen mehr Glück und nehmen drei Punkte mit. Unseren Jungs spreche ich ein großes Kompliment aus. Sie haben heute alles gegeben und es den Traktoristen ein ums andere Mal sehr schwer gemacht. Andere Mannschaften haben wesentlich mehr Treffer kassiert. Hier sei nochmal erwähnt dass unser Jüngster auch schon Mitte Dreißig ist. Dafür halten wir aber noch ganz gut mit. Allen Versehrten aus diesem Spiel wünsche ich gute Besserung. Für die Rekonvaleszenz gibts ja nun durch die Spielpause genug Zeit.

Nach dem Spiel konnte ich mit Trainer Patrick Borgwart noch ein paar Worte wechseln. Aufgrund eigener Sportinvalidität hat er die Rolle gewechselt und steht seit zwei Jahren als Trainer der ersten Herrenmannschaft an der Linie. Seit drei Jahren pflegt er seine Barttracht, welche ihm ein imposantes Erscheinungsbild verleiht. Sportliches Ziel der Mannschaft ist der Aufstieg in die Landesklasse. Dazu kann sich die Truppe immer wieder mit Spielern verstärken, die dafür die entsprechende Qualität mitbringen. Nach ihrem Unentschieden zuhause letzte Woche gegen Neukalen können sie diesen Dreier gut gebrauchen. Im Kampf um die Tabellenspitze müssen sich die Chemnitzer gegen Mitkonkurrent FSV Reinberg durchsetzen. Viel Glück auf Eurem Weg nach oben!

Neuzugang Rene Aßmus - Willkommen im Klub!

Doch nun steht auf den Fußballplätzen im Freizeitsport erstmal wieder alles still. Die angeordnete Spielpause gilt zunächst nur für den November. Wie und ob es danach weitergeht wird sich zeigen. Drei Punktspieltage und ein Pokalwochenende sind dann nachzuholen. Sobald sich von offizieller Stelle Informationen dazu einstellen, werden wir Euch in Kenntnis setzen.

Nun macht es Euch gemütlich und bleibt alle schön gesund. Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.


Euer Harry


Der Gingko erstrahlt in leuchtendem Goldgelb

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