LSV demontiert überforderte Chemnitzer

Aktualisiert: 8. Dez 2019


Einlauf der Mannschaften vor gewohnter Chemnitzer Silhouette

(PH) Am heutigen Sonntag begab sich unsere Mannschaft zum Auswärtsspiel zur zweiten Vertretung des SV 1950 Chemnitz. Der 14. Spieltag ist gleichzeitig Beginn der Rückrunde und damit ist nun das Jahr 2019 sportlicherseits zu Ende. Unseren Auswärtsgegner hatten wir zuhause sensationell mit 20:0 bezwungen und so waren alle auf das Rückspiel gespannt. Bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt zieht man sich schön warm an und holt sich einen Glühwein, dann macht Fußball gucken auch Spaß.

Gestern spielte Chemnitz' Erste auf dem Platz und ist nach einem 2:0 Heimerfolg über den MSV Groß Plasten in der Kreisoberliga am oberen Tabellenende zu finden. Durch die beiden Spiele an diesem Wochenende hat der Fußballgrund deutlich gelitten und hat nun Gelegenheit sich zu erholen.

Für das Team nimmt Schuller auch längere Anfahrtswege in Kauf

In der zweiten Spielminute gibt´s den ersten Freistoß für den LSV aus dem Mittelfeld heraus. Der heutige Kapitän Steffen läuft an, aber sein Standbein rutscht auf dem lädierten Geläuf weg und der Ball kommt nur flach in die Chemnitzer Endzone. Doch keiner der Abwehrspieler haut den Ball raus und so kommt "Korken" zur ersten Möglichkeit, verzieht allerdings, da auch er nicht mehr damit rechnete diesen Ball überhaupt zu bekommen. Nur zwei Minuten später erhält Lukow eine Ecke zugesprochen. Korken bringt diese nur etwa hüfthoch vor den ersten Pfosten. "Karl" Kucel verlängert gekonnt mit der Hacke und in der Mitte steht "Norbert" Wotschke goldrichtig. Nie als Kopfballungeheuer bekannt geworden nickt er diesen Ball dennoch mit der Stirn zum 0:1 ins Netz. Schönes Ding. In der Elften passt "Karl" von links auf Ronny doch der Torwart kann zur Ecke klären. Wieder "Korken" an der Eckfahne, bringt den Ball hoch hinein aber "Störrchen" drückt den Kopfball zu sehr. Der Ball geht vom Boden über den Querbalken. In der 13. Minute mal der erste Angriff der Hausherren, aber der Ball aus etwa 20 m verlässt ungefährlich rechts neben "Samsons" Kiepe das Spielkarree. Eine Minute darauf klärt "Gössel" Schröder ein Chemnitzer Ecke per Kopf. 17. Minute und "Karl" nimmt von links kommend 3 Gegenspieler aus. Geschickt schiebt er den Ball dem Torwart durch die Beine und der Schuss scheint reinzugehen. Ein Chemnitzer Verteidiger könnte noch retten, doch "Norbert" hat mitgedacht und grätscht das Leder zusammen mit dem Gegenspieler über die Linie. 0:2.


Gleich wird Norbert den Ball inklusive Gegenspieler über die Linie grätschen


Nur 120 Sekunden später flankt Ronny auf den richtig postierten "Norbert", doch der Ball geht aus 5 Metern über das Tor. Dass er es besser kann zeigt "Norbert" schon kurze Zeit später. "Störrchen" gibt den Ball rechts raus auf Ronny. Dieser flankt wieder scharf rein und am langen Pfosten nutzt "Norbi" die Gelegenheit und hält den Fuß zum 0:3 hin. Lupenreiner Hattrick für "Norbi", herzlichen Glückwunsch. Schon in der 25. Spielminute muss Chemnitz den ersten Wechsel vornehmen. Kevin Rohkohl muss verletzt passen, Trainer Günter Göring schickt Tobias Bruhn aufs Feld. Gute Besserung von hier aus. In der 30. Minute erreicht Mario einen Ball nicht mehr rechtzeitig vor seinem Gegenspieler. Unsere Abwehr spekuliert auf Abseits, jedoch bleibt der erhoffte Pfiff von Schiedsrichter Rigo Krüger aus. Ein Chemnitzer kommt so unverhofft zu einer großen Möglichkeit, holt aber nur eine Ecke heraus. Diese geht über Freund und Feind ins Nirvana und "Samson" erhält die Gelegenheit, seine kalten Knochen zu bewegen. Abstoß Lukow.

"Korken" immer stark am Ball

"Korken" spaziert in Minute 36. mit dem Ball am Fuß durch den Chemnitzer Sechzehner, sieht aber für sich keine Lücke und flankt stattdessen von rechts auf "Norbert", der es sich nicht nehmen lässt zum 0:4 zu erhöhen. In der 37sten versucht es "Karl" Kucel mit dem Außenrist, doch sein Lupfer geht rechts am Tor vorbei. Aber schon 60 Sekunden später gibt Ronny Anlass zum Jubel, als sein scharfer Schuss links unten im langen Chemnitzer Eck zum 0:5 einschlägt. In der 41sten passt "Störrchen" auf Ronny, aber dessen Schuss kann ein Chemnitzer zur nächsten Lukower Ecke abwehren. Diese bringt "Korken" wieder hoch vors heimische Gehäuse, aber diesmal pariert Markus Wendel im Tor der Gastgeber den Kopfball von "Norbert". Den Abschluss der ersten Hälfte bildet eine Möglichkeit durch "Korken" der gleich 3 Defensivleute stehen lässt, dann aber den Ball nach rechts verzieht. Halbzeitpfiff. Heißgetränk holen.

Ronny und im Hintergrund einige der eisernen LSV-Fans

Gleich nach Wiederanpfiff gibt es Diskussionen, ob der Schiedsrichter mit seiner Entscheidung richtig lag, dem LSV eine Ecke zuzusprechen. Er befragt daraufhin die Spieler und man kommt gemeinsam zum Konsens, dass dem nicht so ist. Gelebte Kameradschaft, gut so. Abstoß Chemnitz, weiter gehts. In der 49. Minute hatte Ronny schon Torwart und Abwehr ausgespielt, trotzdem gelingt es dem letzten Verteidiger doch noch den Ball zu klären. In der 51. Spielminute hat Chemnitz Abstoß. Der ist aber schlecht getreten und Ronny kann den Ball sofort an sich nehmen. Die Einladung kann er schlecht ausschlagen und schließt unten links zum 0:6 ab. Zwei Minuten sind vergangen: "Kiste" - Einwurf auf "Karl". "Karl" passt auf "Korken". "Korken" lässt 3/4 Chemnitzer stehen und begibt sich mit Ball in spitzem Winkel aufs Tor zu, sieht keine andere Möglichkeit und haut dem Torwart das Ding durch die Beine. 0:7. Die Spielunterbrechung nutzt unser Coach Thomas, nimmt "Schuller" runter und bringt "Hinzi". Wenig später wird "Korken" durch seinen Gegenspieler weggegrätscht. Klarer Fall - Elfmeter. Ronny macht sich bereit. Er schickt Torwart Wendel nach links und versenkt unten rechts zum 0:8.

Ronny verwandelt vom Elfmeterpunkt

Das 0:9 erzielt "Korken". Auf den Weg geschickt von "Gössel" umkurvt er mit Ball den Torwart und schiebt fast schon zu lässig ein. Die Treffer 10, 11 und 12 für den LSV markieren "Störrchen", "Korken" und Ronny. Über die Entstehung und den Verlauf kann ich nichts berichten, da ich mich in einem hochinteressanten Gespräch befand und dem Spiel kurze Zeit nicht folgte. Aber dazu später mehr. Es ist zu merken, dass Kondition und Motivation bei den Platzherren schwinden. Die Ereignisintervalle werden deutlich kürzer. In der 70sten erhöht Ronny nach Alleingang aufs Tor zum 0:13. Nur 120 Sekunden später dringt "Korken" von rechts in den Strafraum ein und wird erneut von einem Chemnitzer Verteidiger zu Fall gebracht. Auch hier zeigt Schiri Krüger sofort auf den Punkt. Jedoch nicht, wie von einigen Lukowern gefordert, "Samson" sondern "Karlchen" legt sich die Kugel zurecht. Die Pille landet platziert und unhaltbar im rechten Chemnitzer Eck. 0:14.

Strafstoß - "Karlchen" trifft sicher

Die nächste Auswechslung auf Lukower Seite. "Störrchen" wird dienstbefreit und Co-Trainer "Basti" Menzel kommt aufs Feld. Ronnys Tor zum zwischenzeitlichen 0:15 entging mir wieder durch Gequatsche am Platz. Aber bei "Korkens" 0:16 war ich dann wieder auf Ballhöhe ;-). Vollversammlung im Chemnitzer Strafraum, weder "Karlchen" noch Ronny bringen den Ball durch die Beine der Abwehr. Aus dem Gestocher gelingt es letztlich "Korken" mit einem Lupfer ins linke obere Eck die Szene abzuschließen. Es folgt ein kurioses Tor a lá PIPLICA: Ronny hält von der Strafraumkante drauf. Torwart Wendel pariert geistesgegenwärtig, jedoch wird die Kugel zur Kerze über ihm. Am Boden liegend und völlig unbedrängt beim Versuch ihn wegzuschlagen haut er sich den zweiten Ball selbst rein. Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. 0:17.

War heute um seinen Job wirklich nicht zu beneiden: Chemnitz Torwart Wendel

In der 83. Minute zieht "Korken" einen Dropkick aus 25 m einfach mal ab. Sein satter Schuss wird noch ganz leicht abgefälscht und schlägt hinter dem Schlussmann ein. Wirklich sehenswert. 0:18. Mit dem 0:19 zieht Ronny in der 86. Minute für heute den Schlussstrich unter die Torschützenliste. Weder Basti noch Mario möchten den Ball aufs Tor hauen, im dritten Anlauf lassen sie Ronny den Vortritt. Der in der Schlussphase für seinen Bruder "Norbert" eingewechselte Robert "Metti" Wotschke hat noch zwei Riesenchancen bevor Referee Krüger mit seinem Schlusspfiff den Kreisfußball in den Winterschlaf schickt.


Die Platzherren werden froh sein, diesen Albtraum überstanden zu haben. Hinspiel 20:0, Rückspiel 0:19. Diese Ergebnisse spiegeln die tatsächliche Überforderung der Chemnitzer wider.

Unsere Jungs waren von Anfang an tonangebend. Von der Heimmannschaft kam in der ersten Hälfte wenig, in der zweiten dann gar nichts mehr. Verdienter Sieg, auch in der Höhe, und haben dabei auch noch Möglichkeiten ungenutzt gelassen. Hut ab Jungs, tolles Spiel mit vielen Toren. Spitzenreiter mit sagenhaften 103 geschossenen Toren. Ich verneige mich in tiefem Respekt.

Und dass auch noch nach einer für einige ziemlich kurzen Nacht. Norbert, Metti und Hinzi waren über Nacht mit ihren Feuerwehren zum Löscheinsatz beim Brand des Gutshauses in Rockow. Danke für Euren beispielgebenden Einsatz.


Für uns ist nun Winterpause. Jedoch gilt unser Augenmerk am nächsten Wochenende unserem ärgsten Konkurrenten. In einem Nachholspiel empfängt die Zweite der TSG Neustrelitz die SG Zepkow. Sollten die Residenzstädter dieses Spiel für sich entscheiden, ziehen sie in Punkten an uns vorbei auf den Platz des Tabellenführers.


Eine Geschichte bin ich Euch noch schuldig: Mein Gesprächspartner am Rande des Spiels stellte sich als Groundhopper heraus. Das sind praktisch Leute, die Fußballplätze sammeln. Durch Besuche von Spielen jedweder Liga erhält man Punkte und kann sich so mit Gleichgesinnten messen. Gesehen haben wir uns schon bei unserem Spiel in Grabowhöfe. Heute sprach ich ihn darauf an und er erzählte mir von seinem außergewöhnlichen Hobby. Wie er mir berichtete hat er die drei obersten deutschen Ligen komplett und begibt sich demnächst auf die Reise ins Rheinland. Zwischen Weihnachten und Silvester hält er sich dann in England auf um dort Spiele zu beobachten und seinen Punktestand zu erhöhen. Gar bis nach Andorra und in die Türkei hat es ihn deswegen schon verschlagen, oft mit anderen Fußballbegeisterten zusammen. In Klein Lukow war er noch nicht, dazu lud ich ihn dann mit Beginn der Spiele im März ein. Silvio, wir sehen uns im nächsten Jahr bei uns im Parkstadion.


In diesem Sinne wünschen ich allen Spielern, Verantwortlichen und LSV-Sympathisanten eine schöne Adventszeit.

Euer Harry

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