LSV gewinnt Duell im Watt

Entlang der Nordseeküste gehört Wattfußball zu den regionalen, sportlichen Absonderlichkeiten. Aufgrund des andauernden Regens in den vergangenen Wochen und Monaten sowie der Bodenbeschaffenheit unseres Sportplatzes war Staunässe heute eine zusätzliche Herausforderung für unsere Spieler. Stellenweise schaffte ebendiese einen Untergrund wie nach abziehender Flut. Einzig sinnvolle Anforderung an das Schuhwerk: 18er Stollen. So sollte sich zeigen wie sich unsere Männer beim heutigen Schlickrutschen anstellen.

Den meisten war die 3-monatige Wettkampfunterbrechung kaum anzumerken. Alle waren heiß auf den Rückrundenstart und konnten es kaum erwarten, dass der Ball endlich wieder rollt. Sehr zur Freude der Spieler gab es einen frischen Satz Trikots von unserem Hauptsponsor, der ERGO-Versicherungsagentur Christian Ullerich aus Penzlin. Zur Spielvorbesprechung gab es ein kleines , leckeres Büfett und nachdem Thomas der Mannschaft die Marschrichtung für die Rückspiele klar machte, erläuterte Taktikfuchs Basti dem Team die heutige Spielweise.

Taktikfuchs Basti gibt die Richtung vor

Neben Tony Klemp als Referee bildeten heute Matthes Buth und Tobias Bilow als Linienrichter das noch sehr junge Schiedsrichtergespann. Das Trio sollte seine Sache aber sehr gut machen. Vor dem Hintergrund der Ausbreitung von CONVID-19 (Corona-Virus) empfahl der Fußballverband das Unterlassen des traditionellen Abklatschens beider Mannschaften zur Begrüßung auf dem Platz vor Spieleröffnung. Dem wurde auch Rechnung getragen und nach der Wahl der Seiten ging es dann auch los.

Unsere Jungs spielten von Beginn an voll auf Offensive. Martin Burr, heute wieder Umlenkrolle zwischen Defensive und Sturm, geht auf der rechten Seite am Quassower Verteidiger vorbei und prüft das erste Mal Keeper Dirk Krakow. Dieser kann jedoch parieren und schon kommt der Ball zu Marcus Holzkamm der sich die Worte unseres Trainerduos zu Herzen nimmt einfach mal aus der Entfernung draufzuhalten. Volles Risiko zimmert er den Ball aus gut 30 m unter die Latte des verblüfften Quassower Torwarts. Junge, Junge...den musst Du erstmal so machen. Hut ab! 4. Minute 1:0 Lukow.


Neuzugang Marcus Holzkamm von der Schlammschlacht deutlich gezeichnet

Augenblicke später die erste Ecke für die Gäste. Diese wird kurz ausgeführt, bringt aber nichts ein. Sofort wird beim LSV umgeschaltet. "Korken" Lehmann passt zu Martin B., jener schickt umgehend Ronny Strübing in den Lauf. Ronny gibt mit Pille Fersengeld, umspielt den Torwart mit einem Haken und schiebt unbedrängt in der 8. Minute zum 2:0 ein. Ein Start nach Maß. In der 16. Minute wieder ein Zuspiel von Martin B. auf Ronny auf der rechten Seite. Der marschiert wieder ab und legt den Ball gekonnt am Torwart vorbei. Ein bischen weit vielleicht, denn als Ronny seinen Ball in Richtung Eckfahne wieder erreicht und diesen reinflankt pflückt ihn der zurückgeeilte Quassower Schlussmann locker mit der Mütze runter. Doch auch das Team von Trainer Dirk Kählke ist zum Fußballspielen angereist. In Minute 19 der erste Versuch der Gäste in Richtung Lukower Tor. Zwischen den heimischen Pfosten heute Andrè "Konny" Renwanz. Der durch die Mitte gespielte Pass und der folgende Torschuß gehen aber gefahrlos rechts vorbei. In der 21. passt Danny Strübing tödlich auf Martin, doch dessen Torschuss kann Krakow gerade noch mit dem Fuss abwehren. Auf der Gegenseite versucht es Quassow über links und holt einen Eckstoß heraus. Aus Konnys Abwehr entwickelt sich augenblicklich ein blitzartiger Lukower Überfall auf der rechten Seite. Sein Ende findet dieser in einer Abseitsposition von Danny. Sah aber gut aus! Nächste Lukower Chance als Störrchen einen Ball erobert, allein über links kommt und auf Korken ablegt, der Torwart kann allerdings halten. Halbe Stunde um, Mario bringt einen Einwurf auf der rechten Seite Höhe 16-Meter-Raum zu Martin B. und orientiert sich sofort in Richtung Eckfahne, wohin er den Ball von Martin auch wieder zurück bekommt. Mario versucht es mal im 1-gegen-1, kommt in Strafraum, scheitert aber an einem Quassower Bein. Nun aber wieder mal die Gastmannschaft mit einer Offensivbemühung auf deren rechte Seite. Unser Capitano Peter M., heute erneut als linker Verteidiger aufgeboten, bekommt das Leder an der Seitenlinie nicht raus. Ein Quassower hält gut dagegen und erobert den Ball. Geistesgegenwärtig sieht er seinen Mitspieler Moritz Wagner reinsprinten und lupft ihm den Ball über die Lukower Abwehr in den Lauf. Aus kurzer Distanz kann Wagner den Ball unten rechts unterbringen und erzielt in der 31. Minute den Quassower Anschlusstreffer. Schön herausgespielt, muss man zugeben.

Quassows Wagner erzielt den Anschlusstreffer

Schon in der nächsten Szene taucht wieder ein Quassower vor Konny auf. Doch in dessen Schussversuch, der übers heimische Gehäuse geht, ertönt der Abseitspfiff von Schiri Klemp. Beginnend mit dem dazu angezeigten Freistoß für Lukow kommt der Ball durch die Mitte auf Ronny, der sogleich vom 16er abzieht. Aus Ronnys Sicht berührt die Kugel unten links den Innenpfosten und geht in der 34. abgeprallt zum 3:1 ins Netz. Drei Minuten später gibt es nach Foul an Korken halblinks eine Freistoß. Spezialist für solche Fälle in Lukower Reihen ist Störrchen. An der Mauer vorbei kommt der Ball noch einmal vor dem Keeper auf und rollt ihm unglücklich durch die Beine. Den Bock muss er sich ankreiden. 4:1 Lukow.


Durch die Hosenträger

In der 39. Minute probiert es Martin B. auf der rechten Seite auch mal mit einem Lupfer, Empfänger ist Korken im Strafraum. Doch schon in der Ballannahme wird Korken vom Quassower Schlussmann ....wir sagen gefoult, die Quassower skandieren Schwalbe... Klemp lässt weiterlaufen. Abschluss der ersten Halbzeit kurz und bündig. Korken Ecke, Ronny Kopfball, Lukow Tor, Klemp Pausenpfiff. Mit einem verdienten 5:1 für den LSV gehen beide Mannschaften in die Kabinen.

Ronny bei der Vollendung seines 2:0

Unverändert kommen die Gegner zum zweiten Durchgang auf den Platz. Erste Spielaktion ist ein Foul an unserem Rechtsverteidiger Mario. Hierfür sieht der Verursacher die Gelbe Karte. Zum 6:1 erhöht erneut Ronny, als ihm ein Abwurf des Quassower Torhüters direkt vor die Füße fällt. Wie soll er da auch nein sagen. Trocken schiebt er in der 47. direkt ein. Nach einem Quassower Schuss über Konnys Kasten schickt Martin B. Danny Strübing ab durch die Mitte. Doch dessen Treffer lässt der Unparteiische aufgrund einer Abseitsposition nicht gelten.

Dannys Treffer zählt leider nicht

In der 51. Minute bekommt der LSV auf links einen Einwurf zugewiesen. Korken wirft zu Störrchen, der direkt zu Martin B. und dieser mit Auge und Hacke auf den schon gestarteten Korken, und er verwandelt sicher zum 7:1. Nach einer Kombination unter Mitwirkung von Störrchen, Martin B. und Korken erarbeitet sich der LSV eine Ecke. Eingeteilt dazu serienmäßig Korken. Ronnys Kopfball kann Keeper Krakow jedoch parieren, lässt allerdings den Ball ins Strafraumgewühl fallen. Aber in dem Gewirr von mindestens 14 oder 16 Beinen findet der Ball leider nicht den Weg ins Quassower Netz und wird stattdessen links raus gebolzt. Korken nimmt die Einladung an und hält Vollspann drauf. Das Spielgerät verzieht sich rechts neben das Tor. 59. Minute, wieder Ecke LSV. Korkens Ball kann zunächst geklärt werden, kommt aber zurück in den Strafraum und wird wieder von einem Quassower Spieler rausgehauen. Doch der Ball klebt förmlich am Grund, kann aber endlich aus der Gefahrenzone befördert werden. Kählkes Männer verstecken sich nicht. Ihr Angriffszug durch die Mitte wird in der 65. mit einem Tor von Normen Oppelt zum 7:2 belohnt.

In der 68. Minute macht Thommy Kucel das erste Mal von der Wechselmöglich-keit Gebrauch. Danny Strübing geht, es kommt unsere Nummer 14, Emke Siderius. Besser kann ein Spieleinstand nicht gelingen: In der folgenden Szene kommt der Ball von Martin B. über Störrchen zu Korken, der ebendiesen aufs Tor bringt. Doch der Abwehrversuch der Gäste misslingt und so rollt Emi der Ball direkt vor die Füße und er muss ihn aus 3 Metern Entfernung nur noch über die Linie drücken. 8:2 LSV. Doch die Gäste wollen es nochmal wissen. Am Lukower 16er bekommt der ansonsten tadellose Martin "Schulla" Schulz den Ball nicht konsequent geklärt. Die Kugel kommt wie eine persönliche Einladung auf zu Moritz Wagner, der sich aus 20-25 Metern einfach mal ein Herz fasst und das Ding unhaltbar rechts ins Dreiangel hämmert. Sensationell, so eine Bude machst Du nur einmal im Leben. 71. Minute Lukow 8 - Quassow 3. In der 78. Minute lässt sich auch Schulla mal vorne sehen. Durch den mittigen Morast schickt er Emke auf links in den Strafraum, doch dieser verzieht über das Ziel.

Nun kommt Enrico "Hinzi" Hinz für Mario aufs Feld. Nach der Lukower Ecke in der 79. Minute versuchen es Marcus und auch Ronny vergeblich den Ball per Kopf ins Gehäuse zu bugsieren. Irgendwas kommt immer dazwischen. Doch nur zwei Minuten später erhöht Korken den Torestand mit einem gefühlvollen Schlenzer von links kommend ins lange Eck. Nichts zu machen für Dirk Krakow. 9:3 Lukow. Doch noch immer ist die Moral der Gäste nicht gänzlich bezwungen. In der 82. Minute wird Hinzi hinten als Feuerwehrmann gebraucht. Als letzter verhindert er mit seinem linken Quanten den Torschuss eines Quassowers. Nach einem Minimalangriffsversuch der Gäste in der 84sten landet der Ball bei Störrchen, der denselben sofort in einen sehenswerten Diagonalpass verwandelt. Zielgebiet ist Korkens Laufweg auf der linken Seite, jedoch verfehlt der unermüdliche Korken diese Idee nur um Zentimeter. In der 88. Spielminute verhilft ein schöner Pass von Korken Emke zur nächsten Möglichkeit, doch der Ball geht links daneben. Das Spiel endet wiederum mit einer kuriosen Szene. Quassow schafft den fälligen Abstoß nur unwesentlich weiter als die 16-Meter-Markierung, direkt auf den Kopf von Emke. Scharfsinnig köpft unser Hollandimport den Ball sofort vor die Füße des gerade für Ronny Strübing eingewechselten "Metti" Wotschke. Doch das Zusammenspiel von schwerem Geläuf, fehlender Spielpraxis und die Überraschtheit über dieses Zuspiel verhindern einen sauberen Torabschluß. "Metti", alle haben Dir diesen Treffer gegönnt, schade. Das wars. Ende.


In einem sehr fairen Spiel trennen sich also die Lukower Wattwürmer mit einem hochverdienten 9:3 von der SG Groß Quassow. Zurück aus der Winterpause zeigt sich unsere Mannschaft spielfreudig und treffsicher. Die Direktive der Coaches ob des stehenden Wassers in der nördlichen Platzhälfte lautete: IMMER über die Außen. Dies wurde lobenswerterweise überwiegend umgesetzt.


Vor und nach dem Spiel hatte ich Gelegenheit mit dem Trainer Dirk Kählke und dem Vereinsvorsitzenden Ingo Böttcher zu sprechen. Letzterer entpuppte sich erst nach Spielende und ist sich nicht zu schade selbst das Trikot überzustreifen. Die Vereinbarung der Spielereinbindung mit der JVA Neustrelitz wird nach einem Testspiel am vergangenen Wochenende wieder aufleben. Nach Klärung aller Formalitäten steht ein Spieler aus dieser Klientel noch in der Rückrunde zur Verfügung. Ebenso erlebten zwei blutjunge Spieler hier bei uns ihre Feuertaufe und durften das erste Mal in der Männermannschaft ran. Es war schon augenfällig, dass die Gastmannschaft aus sehr jungen und eben lebenserfahreneren Spielern bestand. Fußballer im gestandenen Alter fehlen auch hier. Wie mir beide Verantwortlichen beichteten ist es ebenso für die SG Groß Quassow kein leichtes Unterfangen an junge Spieler zu kommen. Aber mit dem Problem haben alle zu kämpfen. Noch leisten sie sich eine Alt-Herren-Mannschaft aber man muss immer von Jahr zu Jahr schauen wie es weiter geht. Die angekündigte Bewässerungsanlage ist in den Platz in Groß Quassow verbaut. Im Weiteren geht es um das Anlegen eines guten Belages. Wir wünschen der SG Groß Quassow alles Gute weiterhin in der Rückrunde und sehen uns vermutlich in der kommenden Saison wieder.

René Herold gibt den Stadionsprecher

Heute konnten sich Zuschauer und Vereinsangehörige über eine Neuheit bei unserem Sportverein freuen. René Herold, vielen aus der Vergangenheit noch als DJ bekannt, gab den Stadionsprecher und sorgte für entsprechende Beschallung. Via Mikro gab er Mannschaftsaufstellungen, Torschützen und Spielerwechsel bekannt. Ein weiteres Novum war ein gemeinsames Essen im Dorfclub nach dem Spiel. Basti und Gudrun organisierten Nudeln und Bolognese, wie es sich für den LSV gehört.



Vorschau auf den nächsten Spieltag:

Derbys sind ja immer etwas besonderes. Mit dem SV Möllenhagen/Bocksee kommt ein wohlbekannter Lokalkonkurrent. So sind wir einerseits in freudiger Erwartung auf diese Partie, andererseits bedeutet das eine zusätzliche Beanspruchung für den ohnehin zerfurchten und vernarbten Sportplatz. Wochenaufgabe an alle: Betet zu Petrus, auf dass es nicht mehr regnet.

Termin: Samstag, 14.03.2020 um 13:00 Uhr im Lukower Parkstadion


Tschüss, Euer Harry

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