Remis im Spitzenspiel vor toller Kulisse

Aktualisiert: 14. Okt 2019


Das Schiedsrichtertrio und die Kapitäne nach der Seitenwahl

8. Spieltag

(PH) Bei bestem Herbstwetter fand heute das Spitzenspiel unserer Liga statt. Der Klein Lukower SV empfing mit der zweiten Garnitur der TSG aus Neustrelitz den nächsten unmittelbaren Verfolger in der Meisterschaft. Nur drei der 11 Spieler in der Neustrelitzer Startaufstellung brachten schon etwas Lebenserfahrung mit, alle anderen entstammen der eigenen A-Jugend und machten den Unterschied im Altersdurchschnitt mehr als deutlich. Zwischen den Zuschauern fanden sich daher auch einige Eltern der Strelitzer Spieler, so als ob man sich bei einem Jugendspiel befindet. Der mitgereiste Anhang aus der Residenzstadt sollte mit dem Auftakt in diesem Spiel mehr als zufrieden sein.

Die starke Abwehr der TSG

Bereits in der ersten Spielminute wird unser Torwart "Samson" Kuss durch einen Neustrelitzer Angriff auf die linke kurze Ecke warmgeschossen. Die Antwort darauf gibt Martin Burr in Minute 3, als er einen langen Ball aus einem Lukower Freistoß mit dem Rücken zum Neustrelitzer Tor mit dem Kopf zwar versucht auf die rechte Ecke zu bringen, der Ball aber sicher in den Händen des gegnerischen Torwarts landet. Nun folgt die erste, vielleicht spielentscheidende Szene: im rechten Halbfeld luchst Ronny Strübing den Ball dem letzten Neustrelitzer Spieler ab, will sich allein auf den Weg zum Tor machen und wird mit einem ganz klaren Foul durch den letzten Mann von den Beinen geholt. Nach geltenden Regeln glatt Rot für den Neustrelitzer Spieler. Schiedsrichterin Angela Glodek lässt Gnade vor Recht ergehen, sehr zum Leidwesen der Lukower Spieler, und belässt es bei einer mehr als schmeichelhaften Gelben Karte und Freistoß für den LSV.

8. Minute, Freistoß Marcel "Störchen" Störr und Burri13 versucht es mit Kopf, Keeper hält aber. In der 10. Minute erzielt TSG II das 0:1. Samson versucht den Neustrelitzer Ball wegzufausten, was leider misslingt. Störchen kann auf der Linie retten, den Nachschuss allerdings kann auch unser Fünfer David Kistenmacher nicht mehr abwehren und so kann sich Jupp Tilly Sielaff für heute als Erster in die Torschützenliste eintragen.

In der 13. Minute wieder Ronny, dessen Angriff kann aber ein TSG-Spieler mit dem langen Onkel noch zur Ecke klären. Nächster Versuch der TSG: über links setzen sich die Flügelspieler durch und können weder durch Michael "Gössel" Schröder noch durch Steffen Burr gestoppt werden, sodass "Samson" gleich zweimal abwehren muss bevor "Kiste" den Ball zur Ecke klärt. In der 18. Minute nach Angriff über links und tödlichem Abspiel in den Lukower Strafraum, erhält die Neustrelitzer Nummer 14, Marc Schneidewind die Aufforderung zum Tor. Er verwandelt ins lange Eck zum 0:2. Sehenswert herausgespielt und unhaltbar für LSV-Torwart "Samson".

In der 27. Minute bringt Störchen einen Freistoß von der rechten Seite hoch herein und Ronny versucht es per Kopf. Die starke Neustrelitzer Defensive kann den Kopfball zunächst abwehren und auch Dannys wuchtiger Nachschuss scheitert in der Folge am Pfosten. Die nächste Aktion der „Ballerbrüder-Strübing“ findet schon drei Minuten später statt, als Ronny mit dem Ball bis zur Grundlinie geht, den Ball flach reinbringt aber Danny das Leder übers Tor jagt. Enttäuschtes Raunen beim LSV, erleichtertes Durchatmen beim TSG.

Danny nach der scharfen Hereingabe durch seinen Bruder Ronny

In der 33. Spielminute entsteht eine knifflige Situation, als Störchen den Ball nach links ins Seitenaus köpft, dieser allerdings durch die überhängenden Äste wieder ins Spielfeld tropft. Aus oder nicht? Referee Glodek entscheidet auf Einwurf für die Gäste. Nachdem Ronny in der 40. Spielminute gehalten wird, bringt Burri13 den Freistoß hoch vors Neustrelitzer Tor. Dannys artistischer Seitfallzieher segelt knapp links am Tor vorbei. Eine Minute später ein über die linke Seite vorgetragener Neustrelitzer Angriff mit Hacke, Spitze eins, zwei, drei und flachem Zuspiel zum Mittelstürmer. Gottseidank ohne messbares Resultat, aber trotzdem technisch stark gemacht. Pausenpfiff.

Danny bei seinem sehenswerten Seitfallzieher

Die Mannschaft aus der Residenzstadt kann die erste Runde für sich verbuchen und führt durch zwei schön herausgespielte Tore verdient mit 0:2. So geht es in die Kabinen.

Martin Kucel, der heute wieder über links für ordentlich Dampf sorgte

Nach dem Wiederanpfiff erleben wir eine veränderte Lukower Elf. Schien in der ersten Hälfte bei allem Kampfeswillen doch eher Ratlosigkeit vorzuherrschen, kamen unsere Mannen mit dem unbedingten Willen aus den Kabinen, das Ding doch noch zu drehen. Entsprechend kampfbetont gestaltete sich die zweite Halbzeit.


Wir schreiben die 53. Minute, als Ronny zum wiederholten Male gefoult und geschubst wird. Die Tätlichkeit hätte eine Rote Karte nach sich ziehen müssen, aber wieder wäscht Frau Glodek im Schongang. Emotional ungehalten aufgrund des verweigerten Platzverweises für seinen Kontrahenten drischt Ronny den Ball im hohen Bogen in den Teich, worauf beiden Spielern der Gelbe Karton gezeigt wird. Passend zu einigen Szenen die sich bis dato durchs Spiel ziehen, erhält Kevin Scholz, Kapitän der Zweiten der TSG, Gelb wegen mehrfachen Reklamierens. In der 58. Minute begeht der sonst so faire "Störchen" ein taktisches Foul am Mittelkreis, den fälligen Freistoß faustet "Samson" konsequent zurück. In den Minuten 59. und 61. gab es Freistoßmöglichkeiten unseres LSV sowie auch für die TSG, aber die Abwehrreihen sind hüben wie drüben zu dicht, als dass sich daraus etwas Verwertbares ergeben könnte. In den Augenblicken nach der 69. Minute kommt die TSG zu drei Möglichkeiten welche aber durch die nun viel, viel stabiler wirkende Lukower Defensive um Kapitän Steffen Burr abgewehrt werden können. Unmittelbar darauf erhält ein weiterer TSG-Spieler nach Foulspiel eine Gelbe Karte an der Seitenlinie, direkt vor den Zuschauern. Die darauf folgenden Schmährufe aus dem Publikum hätte er sich sicher gerne erspart.

"Richie" Bredow mit Gegenspieler

Kurz darauf versucht es Martin B. mit einer Flanke, die allerdings leichte Beute für den Torwart wird, der aber nach einem Foul von Danny den Ball fallen lässt und Martin B13 schiebt das Leder lässig ins Netz. Völlig zurecht pfeift die Schiedsrichterin diese Aktion ab. Das Tor wird nicht gegeben.

In dieser Phase des Spieles aber drängt sich das Gefühl auf, dass der TSG zu wenig macht, vielleicht sogar ratlos ist. Unsere Mannschaft hingegen hält den Gegner auf Trab, spielt ihre Erfahrung aus und kommt immer wieder zu Möglichkeiten. Die grössere Konsequenz und Bissigkeit der Lukower scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen.


"Richie" wird in der 73. gefoult. Den Freistoß tritt Steffen10Burr auf Danny. Direkt bringt dieser Versuch nichts, doch aus den Abwehrversuchen der TSG heraus holt sich Ronny den Ball und trifft zum Anschluss!!! 1:2. Unsere Elf sieht sich in den Bemühungen bestätigt, dass hier vielleicht doch noch was geht.


Torjubel nach dem Lukower Ausgleich durch Ronny Strübing

Nachdem sich ein verletzter Neustrelitzer Spieler wieder aufs Feld rollt, stockt kurz das Spiel. Er wird aber von der Frau an der Pfeife regelkonform vom Platz gebeten. Nach einem Strelitzer Stürmerfoul an "Kiste" wechselt unser Trainer Tommy Kucel und nimmt den guten "Gössel" Schröder runter. Für ihn kommt "Paule" Kuss in die Mannschaft. Der Lukower Druck wächst. Unsere Offensive läuft immer schon die ballführende Abwehrreihe an und versucht im Forechecking den Spielaufbau zu stören. Mit dem Ergebnis, dass die Abspiele der Gegner unsauberer werden und wir zu mehr Ballgewinn kommen. An der Mittellinie begeht "Paule" Kuss ein taktisches Foul um den Neustrelitzer Spielfluss zu unterbrechen. Nicht ganz behutsam geht er mitsamt seinem Gegenspieler griechisch-römisch zu Boden. Unter der unmittelbar einsetzenden Reklamation der Neustrelitzer Mitspieler geht er auf einen TSG-Spieler los, nimmt diesen in einen Würgegriff und fühlt zweihändig den Puls an den Carotiden (wiss.: Arteria carotis communis), der Halsschlagader. Völlig zurecht erteilt Schiedsrichterin Glodeck auch sofort einen Platzverweis. Auf dem Weg von der Wechselbank zur Kabine hatte ich Gelegenheit mit "Paule" zu sprechen. Schon da tat ihm alles sehr leid, und er wirkte sichtlich geknickt. Trotzdem und bei aller Emotionalität, die solch ein Spiel mit sich bringt, muss man in der Lage sein, seine Impulsivität unter Kontrolle zu behalten. Durch solch nutzloses Individualverhalten wird die Mannschaft geschwächt, in diesem Spiel ganz besonders und in den folgenden dadurch, dass gegen "Paul" nun sicher eine lange Spielpause seitens Fußballverband verhängt wird, und er somit nicht zur Verfügung steht.


Ab sofort spielt der LSV also in Unterzahl. Kein leichtes Unterfangen gegen eine ehrgeizige Mannschaft, die im Schnitt mindestens zwanzig Jahre jünger ist und mit einem Zähler vorne liegt.

Doch dann, in der 82. Minute, schießt "Störchen" einen Freistoß aus dem linken Halbfeld flach in die Mauer. Ronny Strübing, unermüdlich rackernd, holt sich den Ball und sein Nachsetzen wird belohnt: TOR für den LSV! Lange Ecke rechts unten Innenseite Pfosten und rein! Nichts zu machen für den ansonsten tadellosen TSG-Keeper Patryk Robert Kujawa. Jubel auf dem Platz und Rängen, diesen Treffer hat sich der LSV redlich und in Unterzahl erarbeitet.

In der 88. Minute hat der LSV noch die Möglichkeit zum Führungstreffer, als Ronny linker Seite bis zur Grundlinie marschiert und auf den rufenden MartinB13 passen will. Nur noch eine Neustrelitzer Fußspitze vereitelt diese hochkarätige Möglichkeit. Im Gegenzug trifft ein TSG-Spieler kurz vor dem Schlusspfiff den Pfosten von Goalie "Samson". Und dann sind die neunzig und zerquetschte Minuten durch.


Volles Haus im Lukower Parkstadion

Wir haben ein Kreisligaspitzenspiel gesehen, das auch diesen Namen verdient. Das zweite Team der TSG ist Neuling in unserer Staffel darf zurecht als wahrscheinlich härtester Konkurrent um den Meistertitel angesehen werden. Junge, technisch gut ausgebildete Burschen geführt von ein paar erfahrenen Spielern waren heute der erwartet starke Gegner. Vor etwa fünf Jahren hatte die TSG ihre "Zweite" sehr zum Unverständnis einiger Fußballinteressierten, aufgelöst, beginnt aber nun mit den ehemaligen A-Junioren ganz unten und verfolgt ambitioniert ihre Ziele in höheren Gefilden. Kämpferisch sind heute alle die Grenze gegangen, mussten wir auch gegen solche lauf- und spielstarke Mannschaft. Respekt für die jungen Spieler der TSG und viel Erfolg auf ihrem Weg nach oben. Gratulation an alle im LSV-Dress. Mit dieser Superleistung hat sich unser Team selbst belohnt und hält auch TSG II mit drei Punkten auf Abstand.

Und noch was: Dem neuen Werbebanner an der B 192 in Marihn und Veröffentlichungen in den sozialen Medien, dem Spielausfall in Möllenhagen und dem Spielfrei des Penzliner SV II haben wir heute eine Riesenkulisse zu verdanken. Beide Mannschaften haben die Erwartung des Publikum nach einem starken Spiel erfüllt.


Wir bedanken uns bei allen Zuschauern und arbeiten weiter daran, Fußball in Lukow zu einem besonderen Erlebnis in unserer Region zu machen.


Vorschau auf das nächste Spiel:

Am 9. Spieltag gehen wir auf Reisen ins Müritzstadion. Die Zweite Mannschaft des SV Waren 09 erwartet uns am kommenden Samstag. Vielleicht findet sich der eine oder andere Schlachtenbummler der unsere Jungs in der ehemaligen Kreisstadt anfeuert. Ich werde da sein!

Termin: Samstag, 19.10.2019 , 13:00 Uhr

Bis dahin.......

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