Von Schwielen, Schweiß und Schaufeln


Was im fernen Wuhan begann, bekommen wir nun auch im beschaulichen Klein Lukow zu spüren. Die staatlich verordneten Bemühungen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus greifen in alle Lebensbereiche ein. Neben den Einschränkungen im Ablauf des ganz normalen öffentlichen Leben in Beruf und Schule, wurden natürlich auch Maßnahmen gegen die Durchführung von Veranstaltungen festgelegt. Durch den Kreisfußballverband ist der Spielbetrieb zunächst bis zum 20. April eingestellt. Ob eine Weiterführung der Saison dann noch Sinn macht? So bleibt es abzuwarten welche Auswirkungen die Corona-Krise auf das gesamte Sportgeschehen hat. Die Deutsche Eishockeyliga hat bereits ihre Saison für beendet erklärt. Sämtliche Spektakel finden nun nicht mehr nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit sondern gar nicht mehr statt. Spannende Fragen dürften sich ergeben mit Blick auf Abstieg und Aufstieg in allen Ligen. Sogar die Fussball-Europameisterschaft steht auf der Kippe.

Mannschaft und Fans bedauern zutiefst die Einstellung des Spielbetriebs, jedoch zeigen wir alle natürlich vollstes Verständnis für die auferlegten Restriktionen im Kampf gegen das Corona-Virus.

Doch beim Klein Lukower SV sitzt man diese Zwangspause nicht einfach nur aus, sondern nutzt die Zeit sinnvoll. So fanden sich denn am Samstag zur Anstoßzeit bei einem Bombenwetter ein ganze Reihe Hilfswillige (Hiwi) auf dem Sportplatz ein, um das geschundene Geläuf pflegerisch instandzusetzen. Schätzungsweise 30 Tonnen Sand wurden aufgebracht. Ur-Lukower Michi Braun stellte sich mit seinem kleinen Radlader zur Verfügung, um den Sand ranzuschaffen. Am Sportplatzrand verlud man das Schüttgut auf Schubkarren und brachte es systematisch auf dem Spielfeld aus. Glattgeharkt und breitgeschleppt hilft es nun dem Rasen als unterstützender Eingriff, sich zu erholen und zu gesunden. In diesem Fall tut die Spielunterbrechung zumindest dem Spielgrund gut. Hierfür ein riesiges Dankeschön an alle fleißigen Helfer die sich hier so reingehauen haben.

Nach den dreieinhalb Stunden Arbeitseinsatz belohnten wir uns mit einem wohlverdienten Feierabendbierchen. Dem Virus zum Trotz und um ein Zeichen der Ermutigung zu setzen, griffen wir denn auch zum gleichnamigen Gebräu aus Übersee. Original aus Mexiko stammend wird Corona für den europäischen Markt in Belgien gebraut, einem Land mit einer alten, interessanten Bierkultur. Einen Besuch im benachbarten Königreich kann ich auch Nicht-Bierliebhabern wärmstens empfehlen.

Organisiert war bereits weit im Voraus nach unserem planmäßigen Heimspiel gegen den SV Möllenhagen/Bocksee ein Stelldichein für Mannschaft und Fans im Dorfclub. Gemeinsam wollten wir bei Pizza und Bier das Ruhrpottderby zwischen Borussia Dortmund und FC Schalke 04 und später auch die Partie Union gegen die Bayern verfolgen. Bekanntermaßen wurde aus der Sportunterhaltung nichts, jedoch ließen wir uns Gebäck und Getränk trotzdem schmecken. Hierfür nochmal ein herzliches Dankeschön an die Sponsoren. Und auch unsere Frauen sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Während wir uns im Gutspark im Schweiße unseres Angesichts abrackerten, richteten sie das Gemeindezentrum für die angesetzte Zusammenkunft her. Vielen Dank dafür, Mädels.

All das ist der Kitt in unserem sozialen Miteinander. Zusammen werden wir auch diese Herausforderung an die Gemeinschaft überstehen. Es wird niemand verhungern, verdursten oder erfrieren. Also halten wir es mit den Engländern: abwarten und Tee trinken. Oder eben Corona.


Bleibt schön gesund

Euer Harry

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